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Zweite Breakfast-Session: Erwartungen wurden nicht enttäuscht

25.06.2009 - Köln - Hotel im Wasserturm

Ein stilvolles und denkmalgeschütztes Gebäude, ein reichhaltiges Frühstücksbuffet und spannende Vorträge zum Thema Datenqualität – so lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen, was den Besuchern der zweiten von Human Inference veranstalteten Breakfast-Session am 26. Mai geboten wurde. Die Frage „Mehr Kundenwissen nach der Migration?“ stellte das Motto für die Veranstaltung im 130 Jahre alten Kölner Wasserturm, der dafür den traditionsreichen Rahmen bot. Die imposante, elf Meter hohe Hoteleingangshalle versetzte so manchen Besucher bereits bei der Ankunft in erwartungsvolles Staunen. Und die „hohen“ Erwartungen der Teilnehmer wurden dann auch nicht enttäuscht:

Für Begeisterung sorgte bereits der erste Vortrag von Dr. Mathias Klier von der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Der Doktor für Wirtschaftsinformatik zeigte in seiner kurzweiligen Präsentation, wie sich mit wissenschaftlicher Herangehensweise Metriken festlegen lassen, mit Hilfe derer Datenqualität messbar wird. Dabei wurde insbesondere deutlich, wie durch ein effizientes Datenqualitätsmanagement der Nutzen für ein Unternehmen verbessert werden kann.

Am Beispiel des Datenqualitätsmerkmals „Aktualität“ veranschaulichte der Wirtschaftsinformatiker, wie auf Basis von wahrscheinlichkeits-theoretischen Überlegungen eine Metrik entwickelt werden kann: So nimmt die Wahrscheinlichkeit, mit welcher ein Wert im Datenbestand zum Analysezeitpunkt noch aktuell ist, mit zunehmendem Alter des Attributwerts ab. Diese Erkenntnis lässt sich auch mit Hilfe von empirischen Daten in einer mathematischen Formel umsetzen. „Um Datenqualitätsmaßnahmen hinsichtlich Kosten-Nutzen-Aspekten bewerten zu können, ist ein Regelkreis mit integriertem Messverfahren für die Datenqualität notwendig“, so Mathias Klier. 

Am Beispiel einer tatsächlich durchgeführten Kundenkampagne eines großen Mobilfunkanbieters veranschaulichte der Wissenschaftler, wie sich eine solche Metrik für Aktualität in der Praxis anwenden ließe. Die Zuhörer konnten am konkreten Fall nachvollziehen, dass durch Maßnahmen zur Steigerung der Datenqualität die Erfolgsquote der Kampagne von 5,7 Prozent auf über 11 Prozent erhöht werden konnte.

Klaus Schaffranek von der RSP – Reinhard Salaske Unternehmensberatung GmbH erläuterte zunächst mögliche Ursachen für mangelnde Datenqualität, wie sie sich bei Einmal-Übernahmen von Daten in ein bestehendes SAP-CRM System ergeben können. Aber auch bei permanenter Datenübernahme im Rahmen von Geschäftsprozessen fänden sich häufig versteckte Fehlerquellen, so Schaffranek. Dabei zeigte er auch auf, welche Anforderungen in Punkto Datenqualität an ein CRM-System überhaupt gestellt werden und präsentierte die Lösung AVC Framework. Diese bietet Unterstützung für ein kontrolliertes Anlegen von Stammdaten, bei der Dublettenbewertung und – verarbeitung sowie beim Datacleaning bestehender Stammdaten. AVC Framework nutzt dabei auch die HI Quality-Lösung von Human Inference.

Paul Tours, Senior Consultant bei Human Inference, stellte unter dem Titel “Fehler vorprogrammiert” das Thema Customer Data Integration (CDI) vor. Dabei betonte er, dass ETL (Extract, Transform, Load) im Hinblick auf die Datenqualität zwar ein sinnvolles Werkzeug für die Konvertierung und Standardisierung ist, jedoch keine Lösung für die Korrektur und Verbesserung von Daten darstellt. Bei der von Human Inference verfolgten Methodik „Move and Improve“ wird daher zunächst zusätzlich ein Data Audit durchgeführt, bei dem die zu migrierenden Daten analysiert werden. Erst dies ermöglicht letztlich die Interpretation und Kennzeichnung unstrukturierter Kundendaten sowie deren korrekte Eingliederung in das System. Gleichzeitig gewährleistet es das höchste Qualitätsniveau durch Zugriff auf länder- und kulturspezifisches Wissen.

Im Anschluss an die lehrreichen Vorträge bot sich den Zuhörern noch Gelegenheit, die eine oder andere Frage im persönlichen Gespräch weiter zu vertiefen. Ihre Fortsetzung findet die Veranstaltungsreihe voraussichtlich noch in diesem Jahr.